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Geschichte der Insel Fuerteventura

Die Chronik der historischen Entwicklungen Fuerteventuras

Südlich von Lanzarote und östlich von Gran Canaria liegt Fuerteventura - eine der Kanarischen Inseln im Atlantik.

Es gibt wenig wirklich sicheres Wissen über die ersten Bewohner der Insel. Am wahrscheinlichsten ist jedoch die Annahme, dass es sich um aus Nordafrika stammende Berber handelte. Es gibt Fundstücke, die diese Behauptung belegen. Ungefähr zwischen 500 und 200 v. Chr. sollen sie die Insel bevölkert haben.

Schauen wir uns die Geschichte der Insel des ewigen Sommers an.


Ungefähr 200 v. Chr.

Fuerteventura wurde von den ersten Bewohnern aufgeteilt in zwei Stammesgebiete, nämlich das der Jandia und das der Maxorata.

Auch wenn man gerne von Guanchen spricht als Ureinwohner der Kanaren, so ist doch diese Bezeichnung eigentlich nur richtig für die Ureinwohner Teneriffas. Die ersten Menschen auf Fuerteventura nannten sich selber Majos.

Später machten die Spanier daraus Majoreros - und dieser Name ist bis heute geblieben.


ca. 85 bis 160 n. Chr.

Ptolemäus - ein Mathematiker und Geograph - hat schon in diesen Jahren die exakte geographische Lage von Fuerteventura kartographiert.

Trotzdem wurde die Insel, wie auch die anderen Kanarischen Inseln, von der sog. kultivierten Welt vergessen - diese Inseln der Glückseligkeit, der Menschen, die einfach nur glücklich und ohne viel Arbeit zusammen lebten.

Das sollte sich dann aber ändern.


12. Jahrhundert

Es war das Jahrhundert des Suchens nach neuen Märkten. Die Schifffahrt wurde immer mehr verbessert und so war es möglich, die Inseln - und eben auch Fuerteventura - anzusteuern und zu überfallen, die Menschen dort zu Sklaven zu machen und die Rohstoffe auszubeuten.


15. Jahrhundert

Jean de Béthencourt - der zwei Jahre zuvor schon Lanzarote bezwungen hat - kam im Jahr 1404 nach Fuerteventura, errichte zwei Festungen und übernahm dann 1405 die Insel.

Beide Stämme ergaben sich und ließen sich sogar taufen. All dies geschah unter dem Vorwand christlicher Missionsarbeit. Realität war allerdings das große wirtschaftliche Interesse.

Es kam immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen, Herrscherwechsel und die rebellierenden Ureinwohner wurden zu Sklaven gemacht oder auch nach Lanzarote verbracht.

16. Jahrhundert

Die Majoreros fügten sich, übernahmen die Kultur ihrer Eroberer und selbst die eigene Sprache wurde nicht mehr gepflegt. Schon 1514 sind sie den Spaniern gleichgestellt worden.

Während auf anderen Kanarischen Inseln Zuckerrohr angepflanzt wurde, diente Fuerteventura als Versorgungskammer. Hier wurden Getreide und Hülsenfrüchte angebaut und Vieh gehalten, um es auf die anderen Inseln zu exportieren.


17. Jahrhundert

Fuerteventura hatte eine strategisch sehr günstige Lage und eignete sich hervorragend für den Sklavenhandel. So wurden von Juan de Las Casas, der auf Fuerteventura Lehnrechte hatte, immer wieder Beutezüge ins nahe Afrika unternommen.

Das Ergebnis davon waren immer wieder Übergriffe von afrikanischen Piraten, die ihrerseits Menschen jagten und die Bevölkerung ausplünderten.


Es kam wie es kommen musste - durch zu hohe Abgaben an die Feudalherren, durch die systematischen Monkulturen und wilden Abholzungen der dichten Wälder und nicht zuletzt auch durch Katastrophen wie Dürrejahre und Heuschreckenplagen wurde der Hunger und das Elend der Bevölkerung immer größer. Es kam zu einer massenhaften Auswanderung nach Südamerika.


18. Jahrhundert

Am Anfang dieses Jahrhunderts wurde die Insel in allen Bereichen durch Militärs befehligt. Ein in La Oliva residierender Oberst oder Coronel sorgte unter dieser Militärregierung dafür, dass der Besitz seiner Familie immer größer wurde.


19. Jahrhundert

Es etablierte sich ein recht starkes liberales Großbürgertum. In einem bewaffneten Aufstand zog diese Gruppe gegen die Feudalherren Fuerteventuras in den Widerstand.

Sie hatten Erfolg. In Antigua kam es zur Parlamentswahl. Antigua wurde 1834 dann auch zur Hauptstadt ernannt. Das Ende der Feudalherrschaft wurde 1836 besiegelt.

Die Insel erlebte einen Aufschwung, möglich gemacht durch die rege Schifffahrt zwischen Amerika und der alten Welt. Fuerteventura war der ideale Zwischenstopp vor der großen Überfahrt.

1852 wurden die Kanarischen Inseln Freihandelszone und der Handel mit Kalk, Soda und dem Farbstoff Cochenille brachte zusätzlichen Aufschwung.

Aber auch diese Aufschwungphase hatte ihr Ende. Die Erfindung von synthetischen Farbstoffen brachten den Cochenille-Handel zum Erliegen.

Ergebnis: es kam wieder zu einer verstärkten Auswanderung nach Kuba und Venezuela.

Das Militär hatte immer noch das Sagen - bis 1860 dieses Regime abgeschafft wurde und Puerto de Cabras die Hauptstadt Fuerteventuras wurde. Übrigens wurde der Ort 1956 in Puerto del Rosario umbenannt.

20. Jahrhundert

Im Jahr 1912 bekamen alle Kanarischen Inseln die Möglichkeit der Selbstverwaltung, und zwar durch die Cabildos Insulares - der Inselräte.

Aber das 20. Jahrhundert sollte noch einige negative Erscheinungen haben. So vor allem auch der Putsch und die daran anschließende Diktatur von General Franco.

Zwar begann der Tourismus schon in den 60er Jahren, doch erst als 1975 Franco starb und mit ihm die Diktatur, konnte daraus unter König Juan Carlos die ersten Schritte in Richtung Demokratie getan werden.

Damit kam es auch wieder zu wirtschaftlichem Aufschwung, die Touristen nahmen zu und die Insel Fuerteventura bekam eine neue Bedeutung.

Zwar gab es doch große Einschnitte in der Landwirtschaft, aber der wachsende Besucherstrom konnte diese Einbußen wieder ausgleichen.


Fuerteventura ist heute eine sehr beliebte Ferieninsel. Wunderschöne Strände, die karge aber doch sehr interessante Berglandschaft, Steilküsten, die Möglichkeiten für Wassersport aller Art und eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten laden immer wieder ein, die Insel zu besuchen.

Versuchen Sie es auch einmal - Sie werden sicher nicht nur einmal hier Ihren Urlaub verbringen wollen.